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Konzeption & Zielsetzung

Konzeption

Frühere Erwartungen in einen schnellen Erfolg bei der Entwicklung von Krebs-Immuntherapien, anfangs mit Interferon und später mit Antikörpern, wurden zunächst enttäuscht. Jahrzehnte nach Entdeckung der Interferone und der Entwicklung monoklonaler Antikörper gibt es heute eindrucksvolle Teilerfolge. Sie zeigen, wie die enge Verbindung von exzellenter Grundlagenforschung und gezielter Anwendungsforschung langfristig zum Erfolg führen kann, wenn auch oftmals über Umwege. Die in diesem SFB vereinigten Arbeitsgruppen bilden durch ihre bisherige erfolgreiche Grundlagenforschung sowie ihre Expertise in der klinischen Anwendung neuer Erkenntnisse einen idealen Boden für innovative translationale Forschung. Bewusst bringen wir hier die Themen Immunantwort gegen Krebs und Autoimmunität zusammen, da wir uns von der gemeinsamen Bearbeitung der mit beiden Themen verbundenen Problemen Synergieeffekte in Form gegenseitiger neuer Anstöße erhoffen. Die maßgeblichen Ziele für die nächsten 12 Jahre sind wirkungsvolle Immuntherapien gegen Krebs und – zeitversetzt – auch gegen Autoimmunkrankheiten zu entwickeln, oder zumindest dem Idealziel näherzukommen. Dies wird nur möglich sein, wenn eine fundierte Grundlagenforschung die leitenden Fragestellungen bearbeitet und die Ergebnisse direkt für das Design klinischer Studien zur Verfügung stellt. Gleichzeitig müssen aus der Anwendung sich ergebende neue Fragestellungen unmittelbar in die Grundlagenforschung übernommen werden.

Zielsetzung

Auf welche Weise kommt eine wirksame Immunantwort zustande, und wie lässt sich eine solche Immunantwort in einem Krebspatienten gegen den Tumor induzieren, wie lässt sich eine derartige Immunantwort in einem Patienten mit Autoimmunkrankheit verhindern oder inhibieren? Komplexer Hintergrund dieser im ersten Teil einfach klingenden Frage sind mehrere grundsätzliche und praktische Probleme. Zunächst lassen sich antigenspezifische T-Zellantworten zumindest in Mäusen zwar leicht durch Immunisierung mit Antigen und Adjuvans induzieren, jedoch sind solche T-Zellen oft nicht in der Lage, einen etablierten Tumor zu zerstören. Das könnte am Microenvironment des Tumors liegen, oder an einer ungeeigneten Induktionsphase, oder weitere Ursachen haben. Es gilt hier die geeigneten Parameter zu finden und zu evaluieren. Dann kommt das Problem der Translation in die klinische Anwendung: Das in der Maus erfolgreiche Adjuvans verhält sich im Menschen möglicherweise anders, beispielsweise wegen unterschiedlicher Verteilung von Toll-like-Rezeptoren auf DC-Subpopulationen. Außerdem sind innovative Adjuvantien für die Anwendung am Menschen in der Regel nicht zugelassen, müssen also in GMP-Qualität beschafft werden; das zu verwendende Antigen ohnehin. Für den Bereich der Autoimmunkrankheiten können die gleichen Erkenntnisse über das Zustandekommen einer wirksamen Immunantwort unter entgegengesetzten Vorzeichen verwendet werden.

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